Fußballromantik pur: Flutlicht, Mittwochabend, enge Stadionkulisse im „Bunker“ bei Fortuna Leipzig und die Aussicht auf nicht nur drei, sondern gefühlt gleich sechs Punkte gegen den direkten Tabellennachbarn – die Vorzeichen für unser Nachholspiel am 13.05. hätten kaum besser sein können.
Nach zwei äußerst knappen und bitteren Niederlagen gegen zwei der absoluten Tabellenprimusse unserer Liga stand für unsere Eintracht nun das wichtige Auswärtsspiel bei Fortuna Leipzig 02 an. Personell konnten wir dabei immerhin auf zwei unserer vier „Zollis“ zurückgreifen – die beiden anderen, Malte und Jacob, fehlten leider verletzungsbedingt. Zusätzlich bekamen wir starke Unterstützung aus unserer Ü35 durch Pudding, Michel und Basti, sodass wir trotz zahlreicher Ausfälle mit einem breiten 17-Mann-Kader ins Spiel gehen konnten.
Dennoch machten sich die englische Woche, Urlaube und Verletzungen bemerkbar. Einige Stammkräfte fehlten weiterhin. Dadurch ergab sich auch ein besonderes Novum: Da sowohl Max als auch Moritz nicht zur Verfügung standen, durfte Theo erstmals von Beginn an die altehrwürdige Kapitänsbinde tragen.
Und unser neuer Kapitän legte direkt los.
Bereits nach neun Minuten gingen wir verdient mit 1:0 in Führung: Tobi (Nr. 18) kombiniert sich per Doppelpass mit Theo (Nr. 11) stark durchs Zentrum und legt raus auf Anil (Nr. 19). Dessen butterweiche Flanke findet erneut Theo, der perfekt eingelaufen ist und den Ball sehenswert links unten einköpft. Ein Start nach Maß.
In der Folge entwickelte sich ein intensives und ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Unser Keeper Madalin (Nr. 27) zeigte zwei starke Paraden und „Puddinho“ (Nr. 31) rettete mit einer herausragenden Klärungsaktion den Vorsprung. Auf der anderen Seite hatte Theo nach einem langen Ball von Pudding sogar das 2:0 auf dem Fuß: Er umkurvt den weit vor dem Tor stehenden Keeper, doch ein Fortuna-Verteidiger kratzt den Abschluss per Hacke noch von der Linie.
Leider kassierten wir in der 28. Minute nach einer Unachtsamkeit im Spielaufbau den 1:1-Ausgleich. Doch unsere Mannschaft ließ sich davon keineswegs beeindrucken. Kurz vor der Halbzeit rollte der nächste starke Angriff über Benny (Nr. 4) und Denis (Nr. 9) durchs Mittelfeld auf die linke Seite. Wieder bringt Anil den Ball gefährlich in die Mitte, Theo verarbeitet stark, scheitert diesmal aber am gut reagierenden Fortuna-Keeper.
Mit dem 1:1 ging es in die Pause. Dort fand Trainer Köne einmal mehr die richtigen Worte: Breite und Länge des Feldes besser nutzen, ruhig und kontrolliert weiterspielen und sich gegenseitig nicht unnötig in Schwierigkeiten bringen – vorne würden die Chancen kommen, weil Fortuna defensiv immer wieder Fehler anbietet.
Gesagt, getan.
Nach kurzer Findungsphase kamen wir stark aus der Kabine. Der eingewechselte Wilson (Nr. 26) bekommt nach einem Einwurf den Ball rechts am Strafraum, lässt seinen Gegenspieler stehen und schlägt eine perfekte Flanke an den zweiten Pfosten. Dort lauert natürlich Tobi (Nr. 18), der mustergültig zur umjubelten 2:1-Führung einköpft.
Danach hatten wir das Spiel weitgehend unter Kontrolle und erspielten uns durch Tobi, Theo und Benny mehrere Großchancen auf das 3:1. Leider fehlten jeweils nur Zentimeter.
Und wie es im Fußball manchmal läuft, kam Fortuna nochmal zurück.
Ein langer Ball der Gastgeber bringt ihren Flügelspieler in unseren Strafraum. Dieser rutscht aus, Maurice (Nr. 3) stellt clever den Körper rein und legt dabei leicht die Hand auf die Schulter des Gegenspielers – der fällt, der Schiedsrichter zeigt auf den Punkt. Eine durchaus fragwürdige Entscheidung, die sich leider in die insgesamt etwas schleierhafte Linie des Unparteiischen gegenüber unserer Eintracht einfügte. Helfen tut das natürlich trotzdem nichts: Fortuna verwandelt den Elfmeter sicher zum 2:2.
Doch an diesem Abend hatte man das Gefühl: Hier geht mehr als nur ein Punkt.
Und genau dieses Gefühl bestätigte sich in Minute 82.
Eigentlich startet Fortuna einen Angriff – doch Madalin ist aufmerksam, kommt vor dem Stürmer an den Ball und schlägt diesen weit Richtung Mittellinie. Theo riecht die Situation sofort, nutzt sein Tempo gegen die Innenverteidigung, nimmt den Ball stark aus der Luft mit, legt ihn sich per Kopf vor und schiebt ihn anschließend trocken mit dem Außenriss rechts unten ins Eck.
Doppelpack. Kapitän. Matchwinner.
Man munkelt bereits, dass zwischen Doppelpack und Kapitänsbinde ein gewisser Zusammenhang bestehen könnte.
Die letzten Minuten verteidigte unsere Mannschaft mit allem, was sie hatte. Gepusht von den mitgereisten Auswärtsfans und unserer lautstarken Bank wurde um jeden Meter gekämpft. Besonders sehenswert: Michel (Nr. 2) entschärfte eine brandgefährliche Flanke tatsächlich per „Scorpion Kick“. Bei der letzten Ecke der Fortuna wurde es nochmal brenzlig, doch Madalin – insgesamt mit einer überragenden Leistung – war erneut zur Stelle und begrub den Ball unter sich.
Dann waren auch die sechs Minuten Nachspielzeit endlich vorbei. Eigentlich angezeigt waren drei Minuten – allerdings erst drei Minuten zu spät… aber ihr kennt ja mittlerweile die Linie des Schiedsrichters. 
Am Ende feiern wir einen absolut verdienten Auswärtssieg bei Fortuna Leipzig – und gefühlt eher sechs als nur drei Punkte.
Fazit
Eine überragende Teamleistung von allen Beteiligten – völlig unabhängig davon, wie lange jeder Einzelne auf dem Platz stand. Fokus, Moral und gegenseitige Motivation waren über die kompletten 90 Minuten spürbar. Genau so spielt man als Mannschaft Fußball. Rein vom Chancenverhältnis hätten wir sogar noch das ein oder andere Tor mehr erzielen können, aber Spiele gegen direkte Tabellennachbarn sind bekanntlich selten deutlich. 
Vorschau
Und weil wir offenbar nicht genug Tabellenführer in den letzten Wochen hatten, wartet direkt der nächste Brocken auf uns: Am Samstag gastiert Ligaprimus Lok Engelsdorf in Wiederitzsch. Natürlich werden wir alles daran setzen, den Spitzenreiter in unserer Heimstätte zu ärgern.
Kommt vorbei und unterstützt die Jungs! 


Anstoß: Sonntag, 17.05., 14:30 Uhr in Wiederitzsch.



























